© Pro­jekt­trä­ger Jü­lich / For­schungs­zen­trum Jü­lich GmbH

Bun­des­wei­te Am­pel­kar­ten zu ober­flä­chen­na­her Geo­ther­mie
Ein­fa­cher Zu­gang zu Erd­wär­me

06.09.2024 | Ak­tua­li­siert am: 09.09.2024

Wer wis­sen will, ob seine Hei­mat­re­gi­on für die ober­flä­chen­na­he Geo­ther­mie ge­eig­net ist, kann dies künf­tig auf dem In­for­ma­ti­ons­por­tal Geo­tIS her­aus­fin­den. Im Pro­jekt Wär­me­Gut tra­gen For­schen­de ak­tu­ell in Zu­sam­men­ar­beit mit allen Bun­des­län­dern Daten für Über­sichts­kar­ten zu­sam­men. Das Ziel: Das Po­ten­zi­al der Geo­ther­mie zum Bei­spiel zum Hei­zen mit­tels Wär­me­pum­pe soll stär­ker ge­nutzt wer­den als bis­her. Im Video be­rich­ten die Be­tei­lig­ten von ihren Ar­bei­ten und Er­war­tun­gen an das Pro­jekt Wär­me­Gut.

Ob auf Pa­pier, als Ex­cel­ta­bel­len oder in Form di­gi­ta­ler Da­ten­ban­ken - die Daten zur Mach­bar­keit von Geo­ther­mie sind zwar in hoher Qua­li­tät vor­han­den, lie­gen aber in un­ter­schied­li­chen For­men bei den Geo­lo­gi­schen Diens­ten der Län­der vor. „Eine un­se­rer gro­ßen Hoff­nun­gen in das Pro­jekt Wär­me­Gut ist, dass wir eine Ver­füg­bar­ma­chung die­ser Daten er­rei­chen“, sagt Dr. Sven Ru­mohr vom Hes­si­schen Lan­des­amt für Na­tur­schutz, Um­welt und Geo­lo­gie im Video. Über Wär­me­Gut sind mitt­ler­wei­le Am­pel­kar­ten für die Bun­des­län­der Mecklenburg-​Vorpommern, Ham­burg und Nie­der­sach­sen im In­for­ma­ti­ons­sys­tem Geo­tIS  ver­öf­fent­licht.

Für Pro­jekt­lei­te­rin Prof. Inga Moeck vom LIAG-​Institut für An­ge­wand­te Geo­phy­sik ist das Pro­jekt be­son­ders re­le­vant für einen ein­fa­chen Zu­gang zum Thema Geo­ther­mie. „Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kön­nen sich erst ein­mal in­for­mie­ren, ob man über­haupt Geo­ther­mie ma­chen kann in ihrem Land­kreis“, er­klärt die Wis­sen­schaft­le­rin. Es han­de­le sich damit um eine ein­fa­che erste Re­cher­che für die Ver­sor­gung des ei­ge­nen Hau­ses mit Erd­wär­me, mit nur einem Klick auf die Kar­ten auf dem In­for­ma­ti­ons­por­tal Geo­tIS. Die Web­site lei­tet In­ter­es­sier­te di­rekt an die zu­stän­di­gen Be­hör­den wei­ter, um wei­te­re Pla­nungs­schrit­te an­zu­ge­hen. Für die Zu­kunft sieht Inga Moeck noch wei­te­re Ein­satz­mög­lich­kei­ten der Kar­ten: „Die Vi­si­on ist, dass wir mit Hilfe der Am­pel­kar­ten so­ge­nann­te Po­ten­zi­al­kar­ten zei­gen. Das heißt, wir kön­nen dann be­rech­nen, wie viel vom Wär­me­be­darf über ober­flä­chen­na­he Geo­ther­mie ab­ge­deckt wer­den kann. Kom­mu­nen kön­nen dann schau­en, wie viel Pro­zent des je­wei­li­gen Wär­me­be­darfs die Geo­ther­mie ab­de­cken kann.“

Pas­sen­de Un­ter­su­chungs­me­tho­den für tie­fe­re Erd­schich­ten

Auch die Be­rei­che un­ter­halb 400 Meter Tiefe sol­len ein­fa­cher zu­gäng­lich wer­den, um Erd­wär­me zu nut­zen. Diese tie­fe­ren Be­rei­che sind zum Bei­spiel für neue Heiz­wer­ke re­le­vant. Dafür sind je­weils Vor­un­ter­su­chun­gen nötig: „Es gibt Stö­run­gen im Un­ter­grund, bei denen Schich­ten um meh­re­re hun­dert Meter ver­setzt sein kön­nen“, be­grün­det Dr. Si­mo­ne Röh­ling von der Bun­des­an­stalt für Geo­lo­gie und Roh­stof­fe (BGR) diese Not­wen­dig­keit. Die Ge­ge­ben­hei­ten eines Stand­orts las­sen sich dem­nach nicht ein­fach auf an­de­re Stand­or­te über­tra­gen. Si­mo­ne Röh­ling lei­tet das Pro­jekt Warm-​Up. Hier stel­len For­schen­de Kri­te­ri­en zu­sam­men, um Pro­jek­tie­rern die op­ti­ma­le Aus­wahl an Un­ter­su­chungs­me­tho­den an die Hand zu geben, an­ge­passt an den je­wei­li­gen Stand­ort.

Wär­me­Gut und Warm-​Up sind zwei zen­tra­le For­schungs­pro­jek­te der Eck­punk­te für eine Erd­wär­me­kam­pa­gne des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz (BMWK). Im Video spre­chen die Pro­jekt­be­tei­lig­ten über die ak­tu­el­le Da­ten­la­ge, die Ent­ste­hungs­ge­schich­te von Geo­tIS, über be­stehen­de Her­aus­for­de­run­gen und ihre Er­war­tun­gen an die Geo­ther­mie als Teil einer zu­kunfts­fä­hi­gen En­er­gie­ver­sor­gung. ‬‬ (mb)

Über den YouTube-​Kanal

Auf „En­er­gie­for­schung“  be­rich­tet der Pro­jekt­trä­ger Jü­lich im Auf­trag des BMWK über die For­schungs­för­de­rung im En­er­gie­for­schungs­pro­gramm (EFP). In Vi­deo­in­ter­views, Re­por­ta­gen, Er­klär­vi­de­os und Shorts wird das ak­tu­el­le Wis­sen zu den EFP-​Missionen En­er­gie­sys­tem, Wär­me­wen­de, Strom­wen­de, Was­ser­stoff und Trans­fer ver­mit­telt.